Zwischen Nationalparks und Millionenstädten

Wie ist Taiwan eigentlich so?

Herzlichen Glückwunsch! Du bist dabei, mehr über eines der schönsten Länder dieser Welt zu erfahren und außerdem im Begriff, dein Fernweh nochmal zu steigern. Dadurch, dass nur wenige Leute wissen wie schön es in Taiwan ist, hast du jetzt noch die Gelegenheit ein Land kennen zu lernen, das noch nicht wirklich auf Tourismus eingestellt ist und somit zu jeder Zeit die absolute "local"-Erfahrung mit sich bringt. Sprachbarriere inklusive - denn Englischkenntnisse der Einheimischen sind in vielen Fällen des täglichen Lebens eher selten. Du hast Angst dass du dann alleine in vielen Situationen eher hilflos bist? Ich kann dir garantieren: Taiwanesen sind die hilfsbereitesten, freundlichsten und herzlichsten Menschen die ich bisher kennenlernen durfte. Sie freuen sich über Besucher und sind sehr an anderen Kulturen interessiert und zeigen dir im Gegenzug auch gerne was von ihrer. Wenn du also vor einer Stadtkarte stehst oder auf dein Handy schaust während der versuchst den Weg zu finden, garantiere ich dir, dass du in unter 2 Minuten angesprochen wirst und dir geholfen wird, in den meisten Fällen begleiten dich die Leute ein Stück um sicherzugehen dass du auch wirklich dort ankommst wo du hin möchtest. Nichtsdestotrotz schadet es nicht, ein paar wichtige Floskeln zu beherrschen um auch zu zeigen, dass man an Land und Leuten interessiert ist - man wird dann auch mit einem ehrlichen und breiten Lächeln belohnt, da die Taiwanesen sehr wohl wissen wie schwer die Sprache zu erlernen ist und den Aufwand bzw. die Vorbereitung schätzen.
你好! nǐ hǎo! - Hallo, Guten Tag (Wenn man förmlich "Hallo" sagen möchte, kann man "Nin Hao" sagen, ist aber meist nicht notwendig)
谢谢! xiè xiè!  - Danke!
对不起 duì bù qǐ  - Entschuldigung! (wenn einem etwas tatsächlich leid tut (ZB wenn man etwas kaputt gemacht hat, oder sich entschuldigt dass man kein Chinesisch spricht, etc.). Für "Entschuldigen Sie bitte, darf ich fragen" wird eher 'qĭng wèn' verwendet, wörtlich "Bitte fragen")
Viele weitere nützliche Vokabel kann man hier üben; ich hatte neben Google Translate (auch für iOS verfügbar) auch Learn Chinese - Mandarin Phrasebook für iOS oder Android installiert, und für das schnell Auffrischen von Phrasen ist letztere wirklich super. Die Pro-Version ist umso nützlicher und für kleines Geld zu haben.


Die beste Reisezeit ist meiner Meinung nach Jänner bis Mitte Juni. Im Juni beginnt meistens eine sehr regnerische Periode, bevor es in glühende Hitze im Juli und August übergeht, und ab spätestens September hat man des Öfteren mit Taifunen zu tun, die dann bis Dezember anhalten. Im Jänner und Februar benötigt man Abends meistens langärmlige Westen oder Pullover (tagsüber 25°C, Nachts 15°C - 20°C), ab März wird es dann angenehm warm (tagsüber 25°C - 30°C, nachts knapp darunter) und ab Mai wird es richtig heiß mit bis zu 35°C und nächtliche Abkühlung findet so gut wie gar nicht statt. Im Winter kann in den Bergen auch Schnee fallen, während es in den Städten genau die richtigen Temperaturen für Sightseeing hat. Generell kann man auch sagen, dass es in Taipei im Norden tendenziell ein wenig kühler ist und Regenschauer häufiger sind als in Kaohsiung im Süden, jedoch sind diese Regengüsse in vielen Fällen von kurzer Dauer. Eine hilfreiche Website und App ist die des Central Weather Bureau die auch Warnungen postet und eine sehr detaillierte Vorschau bietet. Meiner Erfahrung nach wird immer ein wenig übertrieben - das Wetter war meistens besser als in der App angekündigt - mit diesem Gedanken im Hinterkopf kann man das Wetter dann ziemlich gut einschätzen.

Man benötigt als EU-Bürger kein Visum (bzw. bekommt ein Visa on Arrival) für einen Aufenthalt von maximal 30 Tagen. Für einen längeren Aufenthalt muss ein Visum beantragt werden - das dauert in der Regel 2 Wochen. Taiwan hat außerdem Sicherheitsstufe 1, was bedeutet das Gewaltkriminalität äußerst selten ist und man mit üblicher Aufmerksamkeit bzgl. Taschendiebstahl ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Kreditkarten werden nur in großen Geschäften akzeptiert, kleine "Convenience Stores" (die sehr häufig sind) wie 7/11, Family Mart oder High Life akzeptieren nur Bargeld oder iPass/Easycard. Diese Geschäfte versorgen dich mit Simkarten, (warmem & kaltem) Essen, Getränken, Kaffee, Wi-fi, Toiletten, Zeitschriften, Alkohol und Zigaretten, man kann Strafzettel bezahlen oder Pakete dorthin schicken lassen - und sie haben meist rund um die Uhr geöffnet.
Das Bus und Zugsystem ist gut ausgebaut, es verkehrt ein High Speed Train zwischen Taipei und Kaohsiung (Kosten: ca. 50€) und auch die Öffentlichen Vekehrsmittel in den Städten sind gut und sauber. Besonders in Taipei macht es Sinn, sich hauptsächlich mit der U-Bahn fortzubewegen. In Städten wie Kaohsiung würde ich zum Scooter raten sobald man sich an den Verkehr gewöhnt hat und die berühmte Linksabbiege-Regel verinnerlicht hat. 

 Nightmarket in Taitung

Nightmarket in Taitung

 https://internchina.com/some-strange-chinese-habits-in-foreigners-eyes/

https://internchina.com/some-strange-chinese-habits-in-foreigners-eyes/

Berühmt sind in Taiwan die zahlreichen Nachtmärkte: sie sind Treffpunkt für abendliche Unterhaltung und lokales Essen. Auf meiner Tour um die Insel konnte ich feststellen, dass es wirklich in jeder größeren Stadt unterschiedliche Spezialitäten gibt und auch alles ein wenig anders gewürzt wird: während im Süden eher süß und zimtig vorherrscht, wird es gegen Norden salziger und pikanter. Auf jeden Fall probieren sollte man die gegrillten Tintenfische sowie die gefüllten Teigtaschen. Pro-Tipp: lernt unbedingt die chinesische Art zu zählen.

Ein weiterer Favorit war für mich auch die gemischte Pilzbox mit meistens 3 verschiedenen Sorten frittierten regionalen Pilzen. Für Naschkatzen gibt es ebenfalls eine breite Auswahl und auch die vielen Säfte und Shakes sind einen Versuch wert - und lass dir auf keinen Fall den Milchtee entgehen (und erweitert ihn gegebenenfalls mit Bubbles). Teeshops gibt es sowieso an jeder Ecke, und meist wählt man nicht nur Teesorte und Bubble-Sorte für euren Bubble-Tea, sondern auch Zucker- und Eismenge, das macht es auch nicht zwingend zu einer Kalorienbombe.
Außerdem sollte man sich in Taiwan den berühmten Hot Pot nicht entgehen lassen - und wer mit Blutsuppe nichts am Hut hat, kann beruhigt durchatmen: In zahlreichen  Hot Pot Restaurants gibt es viele Grundsuppen zum Aussuchen.

Um dir nun bei der Entscheidung zu helfen wohin es eigentlich genau gehen soll, ein kleiner Überblick über die verschiedenen Teile des Landes:

 

Der Süden

Entspannte GROßSTADT,eine kleine Trauminsel und Taiwans schönste Badestrände

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Meine 5 Monate verbrachte ich in Kaohsiung, der südlichsten Großstadt Taiwans. Trotz einer Einwohnerzahl von mehr als 2 Millionen ist es eine sehr übersichtliche und entspannte Stadt. Ein Ausflug auf Cijin Island um vom Hügel mit dem Leuchtturm aus die Aussicht zu genießen, ein bisschen am Strand entlang zu schlendern und den Markt zu genießen zahlt sich aus. Mit der Fähre kommt man vom Gushan Ferry Pier nach 5 minütiger Fahrt auf die Insel, bezahlt wird per iPass. Den Abend kann man in der Cijin Sunset Bar ausklingen lassen und dann zurück aufs Festland - ein idealer Zeitvertreib.  Dem Pier-2 Art Center sollte man ebenfalls einen Besuch abstatten, immer Samstags gibt es zusätzlich einen kleinen Markt auf dem Kunsthandwerk verkauft wird. Im Anschluss bietet sich ein Spaziergang am Love River an, oder auch ein Besuch des 85 Sky Tower, dem zweithöchsten Gebäude Taiwans. Besonders Abends zum Sonnenuntergang und dem darauf folgenden Aufleuchten der Stadtlichter ist ein Besuch zu empfehlen, bei dem man vom 75. Stock aus eine atemberaubende 360° Aussicht genießen kann (bring Proviant mit, es ist gestattet eigenes Essen und Getränke zu konsumieren und auf der Fensterbank zu sitzen). Ein weiterer Fixpunkt sollte der Martyrs Shrine sein, von dem man ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Stadt hat und des Weiteren kann man ein paar Meter weiter beim berühmten Love-Zeichen eine passendes Erinnerungsfoto knipsen. Wer gerne Affen in freier Wildbahn erleben möchte, sollte einen Spaziergang am Monkey Mountain einplanen - wichtig ist, dass man kein Essen (sichtbar) mit sich herumträgt und die Affen durch direkten Augenkontakt nicht provoziert. Außerdem könnte es gefährlich werden, wenn man Dinge mit sich trägt die z.B. vom Rucksack baumeln - das fasziniert Affen und ermutigt sie sich den Menschen zu nähern. Einen ganzen Tag sollte man für einen Besuch im Fo Guang Shan Kloster einplanen - wenn man möchte,lernt man den Buddhismus aus nächster Nähe kennen, kann bei Zeremonien zuschauen und viel lernen. Aber auch die Architektur und der berühmte große Buddha sind bemerkenswert anzusehen, definitiv ein Must-See. Wie alle Sehenswürdigkeiten ist auch das Kloster mit den Öffentlichen Verkehrsmittel gut zu erreichen und der Eintritt ist kostenlos. 
Unsere Unterkunft (50€/DZ): Hotel WO
Meine liebsten Bars/Clubs: Zero G's Videogame Bar, Muse, Brickyard, Pier 1 Rooftop Bar

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LiuQiu-Schildkroeten
Vase Rock, Liu Qiu

Wenn man dann genug von der Großstadt hat, ist meine Empfehlung ein Besuch auf Xiao Liu Qiu (Lambai Island), einer kleinen Insel im Süden. Man nimmt die Fähre vom Dongliu Ferry Pier im Süd-Osten von Kaohsiung und ist nach 20 Minuten dort. Schnorchel einpacken, mit Schildkröten schwimmen, Natur genießen. Am besten man mietet sich vor Ort einen Roller und erkundet die Insel damit. Der beste Spot zum Schnorcheln und Schildkröten sehen ist der Vase Rock und dieser Pool: 厚石魚澳 (sorry, gibt keinen Deutschen oder Englischen Namen dafür). Schwimmen im offenen Meer sollte jedoch mir Vorsicht zu genießen sein, wer sich unsicher ist mit einer der vielen Schnorcheltouren besser dran (kann vor Ort gebucht werden). Der schönste Strand ist im Südwesten der Insel ist der Began Bay, einzig bei den vielen Seeigeln muss man aufpassen wenn man ins Wasser möchte. Die Black Dwarf Cave ist ebenfalls schön, und ein Spaziergang im Wild Boar Ditch sollte auch nicht fehlen. Nach einem entspannten Tag auf der Insel kann man ein paar gemütliche Drinks bei Mr. Bartender genießen - die Kellner sprechen Englisch und sind sehr aufmerksam und freundlich, die Getränke gut und die Preise in Ordnung. 
Unsere Unterkunft (knapp 30€/DZ): 海豚灣海景民宿

Zurück am Festland gibt es im Süden noch Kenting, das man unbedingt gesehen haben sollte - bestenfalls per Scooter. Der Verkehr ist mäßig, also fällt dieser Kopfweh-Faktor weg. Von Kaohsiung ist man in 2 Stunden (es wird auch ein regelmäßiger Shuttlebus angeboten) im beliebtesten Nationalpark Taiwans, hier stehen Badeurlaub, Wassersport, Tauchen und Nightmarket ganz hoch im Kurs. Wer zwischendurch gerne ein wenig Wald um sich hätte, kann im Nationalpark-Areal in den Hügeln zwischen kurzen, mittleren und langen Trails entscheiden und Taiwans Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen, sowie schöne Aussichten von der Aussichtsplattform auf die gesamte Umgebung genießen. Sollte es wirklich mal regnen, empfehle ich einen Tag im Nationalen Marine Museum zu verbringen - und vielleicht sogar dort zu übernachten. Je nach Interesse ist dies in einem der vielen Bereiche möglich. Ob man gerne Beluga-Wale um sich hätte oder im versunkenen Schiff schlafen will sollte man jedoch schon lange vorhinein wissen und buchen, denn die Plätze sind gerade zu Ferienzeiten und Wochenenden schnell vergriffen. 
Unsere Unterkunft (13€/4er Zimmer): Kenting Walker Hostel sowie das Light Blue Hostel (für 16€/6er Zimmer.)

 

 

 

Der Osten

Das Erholungsgebiet Taiwans besticht durch Tradition und atemberaubende Landschaften

Im Osten gibt es nicht viel - und das ist gut so. hin und wieder kleinere Städte die sich entlang der Küste ausbreiten, ein entspannter Lebensstil und ganz viel Natur. Wenn man von Kenting in nördliche Richtung aufbricht ist Taitung einen Stopp wert. Im Gegensatz zu Kaohsiung ist es hier an der Ostküste relativ schwer einen Scooter zu mieten: entweder die Vermieter akzeptieren keine internationalen Führerscheine oder man benötigt den den vollen A-Schein für Motorräder (Grundsätzlich richtig so, in den Großstädten wird darüber aber gerne hinweggesehen.). Wir hatten Glück und unser Hostel-Chef half uns beim Mieten, sodass wir uns nicht nur Taitung entspannt ansehen konnten, sondern auch eine Nacht in Dulan verbrachten. In Taitung empfehle ich Abends das Tiehua Rural Village, ein Gelände mit Marktständen und Livemusik. Außerdem kann es schön sein, sich beim Seashore Park eine Kokosnuss vom Händler zu holen und entspannt dem Meeresrauschen zu lauschen - übrigens ist dies auch ein beliebter Ort um den Sonnenaufgang zu beobachten. 
Unsere Unterkunft (15€/großer Schlafsaal): 40 Inn Backpackers Warehouse (ungelogen das beste Hostel in dem wir waren, grandioses Frühstück inklusive sowie tolle Besitzer und trotz dem großen Schlafsaals war es wirklich ruhig, hell, freundlich und sauber).

Dulan ist ein kleiner Ort 30 Minuten von Taitung entfernt und ist ein Paradies für alle die den Surfer-Lifestyle lieben und eine entspannte Auszeit genießen wollen. Live-Musik, Wanderungen, Lagerfeuer am Strand, sternenklare Nächte und ein Surfkurs klingen verlockend? Dann solltest du einen Stopp in Dulan unbedingt einplanen.
Unsere Unterkunft: (15€/4er Zimmer): WaGaLiGong 
Ein Ausflug auf Green Island wird zwar immer wieder empfohlen, wir fanden es jedoch eher langweilig und ich sage daher: Wenn du nicht vorhast einen Tauchkurs zu machen, lasse Green Island aus oder verbringe nur 2-3 Stunden dort und nimm am gleichen Tag eine Fähre zurück. Es gibt weder Sandstrände, noch eine richtige Stadt, noch Plätze an denen man es sich gemütlich machen kann. Orchid Island dürfte spannender sein, leider kann ich dazu aus erster Hand nichts sagen. 

Weiter im Norden ist die berühmte Sansiantai Bridge einen Stopp wert, und der nahegelegene Pebble Beach kann im Falle eines Besuchs auch für eine Abkühlung genutzt werden - wir sind baden gegangen, haben dafür ein paar verwunderte Blicke kassiert, aber im Endeffekt war es weder verboten noch unangebracht, außerdem war das Wasser kristallklar und sauber und die Erfrischung demnach ausgesprochen angenehm. 

Nächster Halt sollte Hualien sein, wo man nebem dem berühmten Nightmarket (der neben seiner Größe auch durch reichlich Gerichte besticht, die man sonst nirgendwo findet wie z.B. Wildschwein-Wraps und -Würstel am Spieß.) auch eine super Ausgangslage für die Taroko-Schlucht hat. Wenn du die Schlucht abseits vom (lokalen) Massentourismus kennenlernen willst und auch Wanderrouten gehen möchtest die ein Permit verlangen, empfehle ich dir eine Tour mit den Jungs von Taiwan Adventures - fragt einfach an, wenn im Kalender zu eurem Termin nichts verfügbar ist - sie sind für individuelle Touren verfügbar und haben neben dem notwendigen Know-How auch eine richtig angenehme Art und die Organisation war super und jeden Cent wert. Besonders der Zhuilu Old Trail ist ein (im wahrsten Sinne des Wortes) atemberaubendes Erlebnis.
Es ist auch ohne Weiteres möglich die Schlucht mit dem Scooter abzufahren und so die Natur zu genießen und überall anzuhalten wo es einem gefällt - und glaube mir, das werden viele Stopps sein. Besonders zu empfehlen (und ohne Permit zugänglich) sind der Shakadang Trail, die Swollow Grotto, der Baiyang Wasserfall und der Lushui Trail.
Unsere Unterkunft (15€/Doppelbett im 4er Zimmer): WOW Youth Hostel 

Zhuilu Old Trail

Für Whiskeyliebhaber ist Luodong sicher interessant. Wir besuchten die Kavalan Destillery wo ich mich in den Kavalan Solist ex-Bourbon / Single Cask Strength verliebt habe, aber das ist eine andere Geschichte. Die Schau-Destillery selbst ist nicht groß, aber durchwegs interessant wenn man noch nie in einer Whiskey-Destillerie war. Besonders ist jedoch die das kostenlos angebotene Tasting das zwar auf Chinesisch stattfindet, aber dir immerhin die Möglichkeit bietet einen prämierten Whiskey zu probieren. 
Des weiteren ist der Nachtmarkt in Luodong ist wirklich super, probier unbedingt die gebratene Ente sowie den Teigball mit Shrimps und Fisch, oder die mit Käse überbackenen Austern!
Nicht empfehlenswerte Unterkunft (35€/DZ): Travelbox sauber, jedoch war der Besitzer sehr seltsam und teils unfreundlich, unflexibel und man hatte nicht das Gefühl, als Gast willkommen zu sein. Für diesen (in Luodong niedrigen bis normalen Preis) findet man bestimmt angenehmere Unterkünfte.

Auf dem Weg nach Keelung kommt man an zahlreichen Steinformationen und tollen Aussichtspunkten vorbei, unter anderem würde ich einen Stopp am Fulong Beach empfehlen, bevor man sich weiter Richtung Norden begibt.
 

 

Der Norden

Die richtige Mischung aus internationalem Großstadtflair und friedlicher Idylle

Keelung ist eine wichtige Hafenstadt an der Nord-Ostküste Taiwans. Besonders der große Nightmarket und der Ren'ai Wetmarket (bei dem es wirklich ausgezeichnetes Sushi und Sashimi im ersten Stock gibt) sind toll, und wer eine feine, atmosphärische Whiskeybar mit vielen nationalen sowie internationalen Sorten sucht, ist bei The Alcohol Bar an der richtigen Adresse. Die ausgesprochen freundlichen Kellner mixen einem die Drinks je nach Vorliebe und beraten bei der Whiskey-Wahl fachmännisch und gekonnt. Wer es ein wenig lockerer und spaßiger hat, kann dem So Fun Music Club einen Besuch abstatten - hier gibt es coole Drinks, zwischendurch eine Partie Dart und kommunikatives Personal. Bevor man sich nach Taipei aufmacht, sollte ein Besuch in Jiufen am Programm stehen. Eine der ältesten Goldgräber-Städte Taiwans in der man auch die berühmte "Jiufen Old Street" findet. Wer früh dort ist, hat definitiv einen Vorteil, denn gegen 11 Uhr strömen die Leute in Scharen durch die enge Gasse. Hauptsächlich findet man hier Souvenirs, alte Häuser in denen man regionalen Tee trinken kann, und eben auch eine schöne Aussicht auf die Küste. Ideal für einen Halbtag. Wer möchte kann sich auch noch Shifen und den Wasserfall anschauen und dort eine Laterne mit seinen Wünschen dem Himmel empor steigen lassen, oder in Pingxi das alljährlich im Februar gefeierte Lantern Festival besuchen.
Unsere Unterkunft (40€/DZ): Sunrise Business Hotel (wichtig hierbei: Zimmer unbedingt im 7. Stock anfordern, da die Karaokebars im Untergeschoss bis 3 oder 4 Uhr früh geöffnet haben und es dadurch recht laut werden kann. im 7. Stock durchaus schöne, große, moderne Zimmer)

Taipeh, die Hauptstadt Taiwans. Knapp 2,7 Millionen Einwohner, aber so richtig überfüllt ist die Stadt nicht, es ist direkt angenehm. Wer sich hier eine hektische, westliche Großstadt vorstellt, wird womöglich enttäuscht sein. Eher gleicht sie einer perfekten Mischung aus Naherholung, internationalem Flair rund um den Taipei 101, und einer großen Portion taiwanesischer Tradition die sich in Märkten, Essen und den Veranstaltungen widerspiegelt. Die Stadt ist von Bergen und Hügeln umringt, die auch wunderbare Aussichten auf die Stadt gewähren. Der wohl berühmteste Aussichtspunkt liegt am Elephant Mountain in der Nähe des Taipei 101, für einen guten Blick auf den Sonnenaufgang sollte man sich aber früh genug seinen Platz sichern denn man bleibt sicherlich nicht der Einzige mit diesem Vorhaben. Wenn du lieber direkt im Taipei 101 auf die Stadt blicken möchtest, musst du knapp 17 Euro locker machen. Uns wurde von der Möglichkeit berichtet, im 35. Stock einen Kaffee bei Starbucks zu trinken und somit auch eine schöne Aussicht genießen zu können, ich habe dazu im Internet diesen Link gefunden. 
Ansonsten empfehle ich noch die Nationale Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle, das Nationale Palastmuseum und einen Besuch im Presidential Office Building inklusive kostenloser Führung (Reisepass nicht vergessen!). Wer ein tolles, günstiges und außergewöhnliches Hostel versuchen möchte, wird übrigens im Space Inn fündig. 
Das Vergnügungsviertel ist definitiv Ximen, hier findet man viele Shops und Abends natürlich auch einen Nightmarket. Dieser ist allerdings nichts Besonderes, als Alternative kommt der Shilin Market in Frage der aber auch als Tourist-Nightmarket gilt und daher vielleicht nicht der authentischste ist. Wer gerne in den Zoo geht, wird den Zoo in Taipeh lieben: er ist weitläufig, gepflegt und bietet neben den bekannten Attraktionen auch Pandas und viele taiwanesische Arten. Plane auf jeden Fall einen ganzen Tag an, wenn du dir alles ansehen möchtest! Direkt neben dem Zoo befindet sich die Talstation der Maokong Gondola die einen in luftige Höhen bringt wo man dann Teezeremonien erleben und diverse Pflanzen bestaunen kann.
Unsere Unterkunft (15€/12er Schlafsaal): Space Inn Hostel 

Der Westen

Das Tor zum heiligen Berg

SonnenaufgangAlishan
Alishan Sunrise

Wer sich für Großstädte interessiert, hat an der Westküste die Qual der Wahl. Solls zum größten Nightmarket Taiwans gehen und zum berühmten Rainbow Village? Dann ist Taichung die richtige Wahl. Außerdem ist dies ein idealer Startpunkt für einen Ausflug zum Sonne Mond See, einem der populärsten Ausflugsziele der Insel. 
Ein wenig weiter im Süden befindet sich die Stadt Chiayi - in etwa 300.000 Einwohner und somit eher ruhig. Wer sich von hier aus ein Auto mietet und einen Ausflug nach Alishan einplant, wird garantiert nicht enttäuscht. Alishan liegt im Yushan National Park und ist ein Berg (der wortwörtlich "heilige Berg" sogar) mit einem großen Areal an Sehenswürdigkeiten. Ein Must-See ist der berühmte Sonnenaufgang, für den man meist gegen 4 Uhr früh bei der Alishan-Station Schlange stehen muss um den die traditionelle Bahn zum Sunrise View Point nehmen zu können. Tickets müssen allerdings bereits am Tag zuvor dort gekauft werden, dann erhält man auch den genauen Abfahrtstermin. Nach dem Sonnenaufgang hat man die Möglichkeit Mammutbäume zu bestaunen, auf stillgelegten Gleisen der Bahn entlang zu spazieren, die Tempelanlagen zu besuchen, oder einfach eine der zahlreichen Wanderrouten zu entdecken. 
Nicht empfehlenswerte Unterkunft (15€/gemischter Schlafsaal): Yunhai B&B Der Besitzer ist sehr freundlich, man fühlt sich wirklich willkommen. Ich bekam aufgrund freier Kapazitäten ein Doppelzimmer anstatt meines gebuchten Betts im Schlafsaal. Jedoch war es wirklich kalt (keine Heizung), das Warmwasser lässt auch meist lange auf sich warten, das Badezimmer ist sehr spartanisch und insgesamt ist es sehr alt und die Zimmer auch leicht feucht. 

Als weitere Großstadt bietet sich Tainan an, hier kann man sich in die Geschichte der Salzgewinnung zurückversetzen und moderne Techniken im Salzmuseum erleben. Und dann schließt sich der Kreis wieder, die nächste Stadt ist wieder unser Ausgangspunkt Kaohsiung. 

 

Meine 5 Gründe für eine Reise nach Taiwan

Für den Fall dass sich diese Erzählungen noch nicht überzeugt haben, teile ich hier ein paar motivierende fakten und denkanstöße

1. Die kompakte Größe und gleichzeitige Vielfalt
Millionenstädte, Traumstrände, hohe Berge und Wandermöglichkeiten, Taucherkurse und Wassersportangebote, auf einer Fläche von 36.193 km² - Österreich hat vergleichsweise 83.879 km². 

2. Eintauchen in eine fremde Kultur die den meisten Leute unbekannt ist
Begriffe wie Baozi, Bubble Tea, Wahrsagerei, Scooter oder KTV bringen in Verbindung mit Taiwan bei dir nur Stirnrunzeln hervor? Was es mit "Gesicht wahren" auf sich hat, und warum es in vielen Gebäuden keinen 4. Stock gibt oder man jemanden keinen Schirm anbieten sollte wenn es regnet, sind nur einige Dinge die eventuell vor Ort für unangenehme Situationen sorgen, aber definitiv unterhaltsame Geschichten abgeben. Dieser Fettnäpfchenführer bereitet dich aber ziemlich gut vor, wenn du auf diese Erfahrungen aus erster Hand verzichten willst ;)

3. Bereise ein Land, von dem die meisten nicht mal wissen, wo es genau liegt
Ich habe so oft gehört: "Ich wusste nicht wie schön Taiwan ist, bis ich deine Fotos gesehen habe!" Und ja, offen gestanden wusste ich selbst nicht wie schön Taiwan ist, bis ich es in Betracht gezogen hatte dorthin zu gehen. Ich habe mir angewöhnt bei meinen Erzählungen einfach kurz zu sagen wo Taiwan liegt, damit dieses Unwissen langsam aber sicher weniger wird - auch wenn es sich "nur" um eine verhältnismäßig kleine Insel im Südosten von China, knapp 700km nordöstlich von Hongkong handelt. 

4. Es ist eine Herausforderung, sich in einem Land zurechtzufinden in der man die Sprache nicht annähernd versteht
Ich für meinen Teil liebe Herausforderungen. Ich hatte aber offen gestanden zuvor schon Chinesisch-Unterricht bei dem der Fokus jedoch eher aufs Lesen als aufs Sprechen gelegt wurde. Aber keine Angst, es gibt im Chinesischen die Lautschrift "pinyin" die dir hilft ein paar Vokabel oder Floskeln zu lernen, außerdem funktioniert der Übersetzer von Google mit Spracheingabe wirklich fabelhaft, wenn man mit Englisch wirklich nicht weiterkommt. 

5. Die Menschen werden dir ein Vorbild werden
Man lernt viel auf Reisen, aber in Taiwan lernt man vor allem, sich wieder auf ein paar Grundsätze einer guten, funktionierenden Beziehung zu besinnen:  Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Offenheit, Dankbarkeit und Wertschätzung.