Spartipps - wie finanziere ich meine Reisen?

Reisen finanzieren

Einige von euch denken sich „Die ist Studentin, wie kann sie sich das ganze Reisen leisten?“ – das, und Spar-Techniken die ich während des Jahres getestet habe, veranlassen mich jetzt dazu, diesen Beitrag zu teilen.

Hard Facts meiner Situation? Ich bekomme das Selbsterhalterstipendium, da ich vor meinem Studium genug gearbeitet habe, damit mir ein Großteil der Lebenserhaltungskosten aktuell gesponsert werden kann. Das ist also quasi mein Grundeinkommen, natürlich ohne 13./14. Gehalt. Zusätzlich dazu habe ich (mal mehr, mal weniger) Jobs auf geringfügiger Basis, die sehr flexibel sind (Security, Garderobenbetreuung, Airbnb-„Putzfrau“, andere Aushilfsjobs...). Flexibilität muss sein, da ich auf der FH bin und jede Woche unterschiedlich viele Vorlesungen mit jeweilig 80%iger Anwesenheitspflicht habe. Monatlich stehen mir damit rund 1000€ zur Verfügung, wovon ca. 700€ für Fixkosten draufgehen (Wohnen, Versicherung, Tanken, Abos wie Netflix, Spotify, Website...).

Da ich aber auch ein Freund von Genuss und Lebensqualität bin, wohne ich alleine, gehe gern mal mit Freunden Essen und hier und da darf’s auch einmal ein Thermentag sein. Diesen Standard möchte ich einfach nicht missen – ich halte nichts davon, nur zu arbeiten und im täglichen Leben auf Sparflamme zu leben. Wie schaffe ich es aber dennoch, mir 2-3 Reisen pro Jahr zu finanzieren?

Weltkarte

Überblick über die Finanzen

Ich schreibe ein Bulletjournal – eine Doppelseite geht hier monatlich für die Ausgaben und Einnahmen drauf. Ich liste hier in den Kategorien Lebensmittel, Kosmetik, Gewand, Freizeit und Fixkosten alles auf, was ich so ausgebe. Dadurch bekommt man auch ein gutes Gefühl, wo Einsparungspotential vorhanden ist. Im letzten Jahr hab ich demnach festgestellt, dass ich weitaus weniger Geld für Gewand ausgebe, als ich angenommen habe. Dafür könnten es durchaus weniger „Spritzer-Dates“ im Sommer oder weniger „Glühwein-Dates“ im Winter sein, um meine Freizeit-Kosten ein wenig zu senken. Da Alkohol generell eher kostspielig ist, gehe ich selten aus (also so richtig feiern eben...),  und genieße stattdessen gern mal ein-zwei Getränke bei einem netten Abend mit Freunden.

Ernährung

Ernährung und Freizeit sind, wie bei den meisten Leuten in meinem Alter, vermutlich die größten Geldfresser. Ich habe vor 5 Monaten angefangen, mich hauptsächlich vegetarisch zu ernähren. Das hat mit einer kleinen Challenge für mich selbst angefangen, weil ich gemerkt habe, dass ich Fleisch eigentlich nur esse weil es „gerade da“ ist (und nicht weil ich es so unfassbar gerne esse). Mit einem Fleischgericht pro Woche bin ich aktuell wirklich glücklich und merke auch, dass sich meine Ausgaben für Lebensmittel reduziert haben. Ich kaufe meistens bei Diskontern ein, hauptsächlich saisonales und regionales, wenn möglich unverpacktes Gemüse und Obst, Reis, Bulgur, Kartoffeln, Käse und Hülsenfrüchte (oft in Konserven, weil die günstiger sind und schneller zubereitet werden können). So gerne ich auch nur Bio, Fairtrade und/oder regional vom Bauern kaufen würde – aktuell ist dieser Standard nicht drin (wird er aber hoffentlich, sobald ich das Studium in der Tasche und einen dementsprechenden Job gefunden habe).

Mittagsmenüs vs. Mitgebrachte Speisen

Hängt auch irgendwie mit Ernährung zusammen, aber verdient trotzdem einen eigenen Punkt. Angenommen man geht jeden Tag zur Kantine, einem nahegelegenem Gasthaus, das Mittagsmenüs anbietet, lässt sich beim Supermarkt Weckerl belegen oder kauft eine andere beliebige Jause –zwischen 5€-8€ kostet der Spaß eigentlich immer. Wenn man von 5 Arbeits- oder Unitagen pro Woche ausgeht, sind das minimum 100€ im Monat. Natürlich kosten mitgebrachte, zu Hause zubereitete Speisen ebenfalls, aber ein Bulgur-Salat mit Schafskäse und Gemüse, Karfiol-Kartoffelsalat, pikante oder süße Strudel, Aufläufe oder einfache Brote, dazu Obst und eventuell etwas Süßes, sprengt selten die 3€-Marke. 40€ gespart pro Monat, sind 480€ pro Jahr. Das wäre, je nach Ziel, ein Wochenend-Städtetrip inkl. Flug, Hotel und allen Ausgaben. 😊

Freizeit

Bei der Freizeitgestaltung lege ich Wert darauf, nicht unnötig viel für Eintritte und Gebühren auszugeben. Ein Workshop für Handlettering? Total cool! Kann ich aber im Notfall auch mit einem (geliehenem) Buch lernen. Ein Tag voller Kultur? Es gibt bestimmt ein Kombi-Ticket. Ein tolles Konzert? Dann überlege ich mir, ob es mir wirklich wichtig ist oder nicht. Bei einem Essen mit Freunden muss es dann auch nicht zwangsläufig das Steakhouse sein – es gibt so viele spannende Lokale hier in meiner Heimatstadt Graz, dass das Ausprobieren noch lange kein Ende hat, was mein Börserl und meinen Bauch gleichermaßen freut 😊 Übrigens ist das Fitnessstudio auch so eine Sache... mittlerweile bin ich in einem Studio, bei dem ich den Vertrag monatlich stillegen oder kündigen kann. Im Sommer war ich beispielsweise nie dort und vermehrt laufen, also wurde das Abo stillgelegt und meine monatliche Gebühr fiel weg.

Kleingeld sammeln

Ich gebe regelmäßig alle Münzen, die kleiner als 50 Cent sind, in einen alten, großen Blumentopf. Nach wenigen Monaten habe ich um die 20€ zusammengehabt – natürlich nicht selbst nachgezählt und zum Supermarkt getragen, sondern im Münzzähler meiner Bank auf mein Konto buchen lassen. Das ist ein Trick den ich total super finde, weil das ganze Kleingeld sowieso nur nervt und gleichzeitig kann man in Zeiten der Not auf ein kleines Polster zurückgreifen.

Ein Sparplan

Klingt richtig fad und grauenhaft, oder? Wenn man das Ganze aber gut plant und sich erreichbare Ziele steckt, gelingt es umso eher und die Motivation steigt. Wie cool ist es denn nämlich zu wissen, dass man mit ein wenig Disziplin einen Städtetrip pro Jahr einfach so buchen und bezahlen kann? Mit 50€ pro Monat beispielsweise, hat man im Jahr 600€ gespart, und damit lässt es sich schon 4-5 Tage in Lissabon, Helsinki oder London leben – ohne unruhige Nächte im Hostel oder Instant-Nudelsuppe als Hauptnahrung, nein... sondern so richtig!  Mein Sparplan für 2019 ist abhängig von meinen Jobs: Ca. die Hälfte des Geldes, das ich erarbeite, wird gespart – und sollte ich doch mal einen Monat mehr ausgeben, wird dieses Polster eben mal angezapft. Wichtig ist, das man sich hier nicht selbst belügt und nur dann etwas nimmt, wenn es wirklich notwendig ist.

Die Quintessenz? Von nichts kommt nichts. Man muss für sein Geld eben arbeiten, die Finanzen planen und erfassen, aber sollte sich auch zwischendurch mal etwas gönnen, damit die Motivation erhalten bleibt. Bei alltäglichen Ausgaben trete ich ein wenig kürzer, versuche den Spagat zwischen gesund, nachhaltig und zufriedenstellend zu schaffen, was mir auch grundsätzlich gut gelingt. Aktuell spare ich übrigens für mein Auslandssemester in Polen im Herbst 2019 und möchte natürlich wieder 1-2 kurze Reisen im Frühling und/oder Sommer machen... 😊

 

 

PS: Jobs als Aushilfe, Promotion etc. findet man leicht über facebook. In Graz gibt es z.B. die Gruppe „Studentenjobs Graz“, über die ich schon mehrmals etwas gefunden habe. Außerdem kann man sich bei Leiharbeiter-Firmen melden, dort werden auch regelmäßig Jobs ausgeschrieben, hier vorrangig im Service oder Einzelhandel (als Regalbetreuer etc.). Was ich an diesen Jobs mag, ist, dass man kurzfristig und flexibel zu Arbeit (und Geld) kommt und es meistens keinerlei Vorkenntnissen bedarf. Heuer habe ich außerdem einen recht coolen Job gemacht, nämlich beim Fifteen Seconds Festival als Volunteer gearbeitet - bringt zwar nicht das große Geld, aber die Erfahrung, bei so einem Event mitzuhelfen, ist genial!

 Luke Wessman beim Fifteen Seconds Festival 2018

Luke Wessman beim Fifteen Seconds Festival 2018

 Fifteen Seconds Festival - Crew

Fifteen Seconds Festival - Crew