Eine Neumondnacht in Tragöß

panorama-tragoess

Tragöß, ein kleiner 1000-Seelen-Ort im Nordwesten von Bruck an der Mur, der vielen vor allem durch den Grünen See ein Begriff ist. Auf rund 900 Höhenmetern hat man schon deutlich kühlere Temperaturen, frische Luft und ein schönes Bergpanorama, welches ich mit einer Freundin beim Spazierengehen genossen habe. Die geplante Wanderung haben wir kurzerhand vertagt und uns stattdessen den Galgenwald angesehen (keine Sorge, klingt grusliger als es ist).
Außerdem habe wir den Spaziergang für ein paar Fotos genutzt und nebenher die Ruhe genossen. An solchen Orten fällt es nicht schwer ein paar Gänge zurückzuschalten und sich wieder mehr auf sich zu besinnen. 
Ich war nie ein Mensch der großartig viel geredet oder Dinge ausführlich diskutiert hat - in den letzten Wochen ist aber doch so viel passiert, es gab einige gefühlstechnische Berg- und Talfahrten, und somit war ich froh ein paar angenehme, ehrliche und unverblümte Gespräche mit einer Freundin führen zu können. In solchen Fällen bin ich immer froh, wenn Menschen ähnlich ticken wie ich - ich brauche niemanden der mir sagt was ich hören will, sondern jemanden der vielleicht anders denkt oder einen anderen Standpunkt vertritt, von dem ich mir Bausteine herausnehmen kann und Situationen wiederum anders abwägen kann. Das innere Gleichgewicht wäre also somit wiederhergestellt. 

GruenerSee-Sterne


Der eigentliche Grund für meinen Besuch in Tragöß war aber der Wunsch nach neuen Milchstraßen- bzw Nachtfotos. Da Tragöß hoch liegt, sich wenige große Städte in der näheren Umgebung befinden und an diesem Tag Neumond war, sollte man den Sternenhimmel wunderbar sehen und fotografieren können. Warum der Neumond so wichtig ist? Er sorgt dafür dass noch weniger Licht den Himmel erhellt und die Sterne umso präsenter sind - man erzielt höhere Kontraste zwischen Stern und Nachthimmel und somit ein detailreicheres Bild.
Wir machten uns also nach dem Abendessen gegen halb 10 auf zum Grünen See. Der erste Spot war okay, riss mich aber nicht vom Hocker, da ich nicht alles auf das Bild so draufbekommen habe wie erhofft. Für ein Panorama war die ganze Situation ein wenig zu unentspannt und der Platz nicht ideal,außerdem war natürlich wenig Wasser im See was das Ganze dann nochmals weniger attraktiv machte.

Wir 2 Mädels waren ja alleine unterwegs und im stockfinsteren Wald wollten wir nicht allzu lange herumirren. Wir entschieden wir uns nicht länger in Seenähe zu bleiben sondern eine Stelle außerhalb des Waldes zu suchen, die sich vielleicht auch für eine tolle Aufnahme anbietet. 

 

Auf der Zubringerstraße zum Parkplatz entstand dann dieses Foto:  

 ISO 2500, 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende f/2.8 bei 14mm auf Vollformat.

ISO 2500, 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende f/2.8 bei 14mm auf Vollformat.

Für mich steht fest - ich muss hier unbedingt nochmal hin. Vielleicht mit ein paar Fotografen-Kollegen die im Dunkeln ein bisschen unerschrockener sind als ich... Außerdem stehen noch einige Neumondnächte an in diesem Jahr! Also... Freiwillige vor! Schreibt mir einen Kommentar wenn euch das interessiert! :)