Lissabon im Spätsommer

Laue Sommernächte in den schmalen, mit Girlanden geschmückten Gassen des Lissabonner Stadtteils Alfarma; man spaziert an zahlreichen kleinen Restaurants vorbei, aus denen lautstark der traditionsreiche Fado klingt. Gestärkt durch gegrillte Sardinen und Bohnenreis, zu denen man eisgekühlten, fruchtigen Sangria oder wahlweise den bekannten grünen Wein genießt, macht man sich langsam auf Richtung Bairro Alto, wo man ein die Portugiesen von ihrer feierwütigen Seite kennenlernt.

Tagsüber steht es einem offen, ob man sich an einem der Strände westlich von Lissabon im Atlantik abkühlen möchte, die wunderbare Architektur im Stadtzentrum erkunden oder doch lieber am Fluss Tajo entspannen und den ein oder anderen Cocktail trinken will. Lissabon hat einiges zu bieten – und ich möchte dir hier in diesem Beitrag einige Tipps geben, die ich beim Durchforsten anderer Blogbeiträge im Vorhinein nicht gefunden habe, aber für sehr nützlich halte :)

 Blick vom Viewpoint Sophia de Mello Breyner Andresen

Blick vom Viewpoint Sophia de Mello Breyner Andresen

 

Essen & Trinken

Kein Urlaub ohne Schlemmerei! Zumindest nicht für mich – Kultur erklärt sich eben auch durch Essen. Damit du bei deinem Lissabon-Aufenthalt nicht lange nach authentischen Restaurants suchen musst und unkompliziert den besten Platz für deinen Nachmittags-Drink findest, habe ich dir hier meine Lieblingsplätze zusammengeschrieben – inklusive unserer Ausgaben im jeweiligen Lokal.

 

Fábrica Lisboa

Hier haben wir am ersten Tag gefrühstückt. Und dann auch am zweiten. Hier muss man damit rechnen, kurz auf einen Sitzplatz zu warten, aber das zahlt sich aus. Es gibt unglaubliche (hausgemachte) Croissants, die pikant oder süß gefüllt sind. Mein Highlight war das Croissant mit Philadelphia, Räucherlachs und Rucola, dazu ein doppelter Espresso. Auch das Grilled Sandwich, welches mit frisch gebackenem Brot gemacht, wird hat sich bewährt. Natürlich gibt’s auch vegetarische Gerichte, sowie eine erfrischende Limonade (was in Portugal offenbar ein starkes Zitronen/Limetten-Wasser ist) und gegen Mittag auch Menüs. Mehr als 15€ haben wir an keinem der beiden Tage bezahlt und waren danach wirklich gut satt, also eine absolute Empfehlung – auch wegen der grandiosen Einrichtung.

 

Lisboa tu e EU (Alfama)

Hier waren wir gleich zwei mal Abendessen. Man sitzt Tisch an Tisch mit seinen Nachbarn, auf kleinen Hockern auf einem der 16 Plätze vor dem Lokal – Alternativ im klimatisierten Innenraum. Wenn man einen Platz draußen bevorzugt, sollte man gegen spätestens 20.00 Uhr dort sein, größere Gruppen eventuell noch früher. Es liegt in einer kleinen Gasse und zufällig vorbeispazieren kommt vermutlich selten vor – dafür ist es dementsprechend ruhig und man kann einen ganz entspannten Abend bei gutem Essen genießen. Was gab’s also für uns? Gegrillte Sardinen – und zwar an beiden Abenden. Man bestellt hier kleine Portionen und teilt sich dann alles, für zwei Leute mit Hunger würde ich 4-5 Teller empfehlen, damit sind wir gut satt geworden. Außerdem kann ich die Cod Friters (frittierte Fisch-Kartoffelpuffer), die gemischte Aufschnittplatte, das Brot mit Oliven sowie den Dorsch auf portugiesische Art empfehlen. Dazu unbedingt den Sangria probieren! Fruchtig, sprudelig, intensiv im Geschmack, man kann sich ruhig trauen den Literkrug zu bestellen 😉 Abgerundet mit einem hausgemachten Dessert ist man mit gesamt knapp 40€ inklusive Trinkgeld dabei.

 Lisboa tu e EU

Lisboa tu e EU

 Canto da Vila

Canto da Vila

 Dalma

Dalma

Canto da Vila

Hier waren wir am ersten Abend und haben uns eine wirklich tolle Bruschetta-Variation gegönnt. In Lissabon muss man einfach diesen genialen Ziegenkäse probieren – der war hier auch mit von der Partie – sowas habe ich bislang noch nicht gegessen. Der Hauptgang war wohl die perfekteste Pasta die ich jemals gegessen habe: hausgemachte Nudeln die wirklich auf den Punkt richtig zubereitet waren, mit einer würzigen Tomatensoße und hauchzartem Lachsfilet. Dazu ein Glas vom berühmten portugiesischem grünen Wein, und das Abendessen war gelungen. Die Atmosphäre ist recht angenehm, aber gerade in der Stoßzeit zwischen 21.00 Uhr 23.00 Uhr kann es ein wenig lauter werden. 45€ haben wir hier bezahlt, und das Essen war jeden Cent wert – absolute Empfehlung.

 

Dalma Hotel/Restaurant

Das Verlangen nach einem Krug Sangria trieb uns am letzten Abend hierher – es lag am Rückweg vom „Viewpoint Sophia de Mello Breyner Andresen“ für uns und lockte mit der etwas ruhigeren und gehobeneren Atmosphäre eines Hotel-Restaurants. Ein kurzer Blick auf die Karte, die draußen ersichtlich war, entschieden wir uns, hier unserem Verlangen nachzugeben. Also wurde es ein Sangria Tinto (also roter Sangria) und dazu zum Snacken eine Aufschnittplatte, sowie Brot und Oliven… Im Nachhinein waren wir richtig satt und zudem absolut begeistert von der Qualität und dem Geschmack der Köstlichkeiten, die sich auf dem Brett vor uns stetig minimierten. Zu finden sind auf so einer Platte meist 3-4 Wurst/Schinken Spezialitäten sowie 3-4 sehr unterschiedliche Käsesorten, also wirklich super um einen Eindruck der lokalen Spezialitäten zu bekommen. Preislich ist es den anderen Lokalen um nichts hinten nach, wir haben 30€ hingeblättert – inklusive Trinkgeld.

 

Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau

PasteldeBacalhau.jpg

Ja, was soll ich sagen – Durch Zufall gesehen und sofort geködert gewesen: Fisch-Kartoffelpuffer mit würzigem Käse gefüllt. Ist die 3 Euro wirklich wert, muss man als Käsefan einfach probiert haben. Das Lokal liegt direkt an der Haupteinkaufsstraße Rua Augusta und ohne langes Warten hält man innerhalb kurzer Zeit diesen spannenden, kleinen Snack in der Hand.

 

Restaurant Yak & Yeti

Ja, ich war in einem nepalesischen Restaurant und ja, es hat nichts mit der portugiesischen Kultur zu tun – erwähnen will ich es trotzdem, weil es super Essen zu günstigen Preisen bietet und mal ganz was anderes ist. Hab hier für 12€ Vorspeise (frittierte, dreieckige Teigtaschen mit Gemüsefülle) und Hauptspeise (Gedämpfte Teigtaschen) sowie 2 Getränke konsumiert und nebenbei das hektische Treiben auf der Straße beobachtet.

 

Topo Chiado

Hier lässt es sich super relaxen, am besten mit einem kalten, regionalen Bier oder einem spritzigen Cocktail. Lounge Musik, der Schatten der Kathedrale, Ausblick auf das Dächermeer und das Castelo de São Jorge inklusive – Preislich natürlich ein bisschen gehobener, aber alles noch im Rahmen: Für ein Craftbeer und ein Sagres (lokales Bier) 8€ - tut aber bei dem Ambiente nicht weh. Es gibt hier übrigens einen versteckten Lift hinauf/hinunter, man landet dann direkt in einem Sounvenirshop – leider habe ich mir nicht gemerkt in welchem. Der Lift befindet sich unterhalb der Terrasse auf der niedrigsten Etage.

TopoChiado
TopoChiado2

 

Pingo Doce - Supermarkt

Pingo Doce ist eine Supermarktkette die wir kennen und lieben gelernt haben – Dort gibt es gute, oft noch warme Pasteis de Nata (die berühmten Süßspeisen), auch in Kombination mit Kaffee als Frühstücksmenü um einen knackigen Euro. Außerdem haben wir hier unsere Wasserkanister gekauft, da man in Lissabon das Wasser aus der Leitung eher verschmäht, wenn man den österreichischen Standard gewohnt ist. 5 Liter kosteten hier weniger als 50 Cent – die Flasche Wasser in den diversen Minimarkets war meistens bei 1€ für 0,5 Liter oder 2€ für 1,5 Liter. Da wir in einem Airbnb übernachtet haben hat sich so ein Kanister und das Umfüllen in kleine Flaschen auf jeden Fall rentiert.

 


Allgemeine Tipps

 

Öffentlicher Nahverkehr

Straßenbahn

Man findet einige Informationen über die Öffis in Lissabon – zwei Anbieter, einer für Metro, einer für Straßenbahn/Bus für die man unterschiedliche Ticktets benötigt, unterschiedliche Preise je nachdem wie man sein Ticket erwirbt und überhaupt wird ein riesen Ding drum gemacht, obwohl es grundsätzlich absolut einfach zu erklären ist:

Wenn man am Flughafen ankommt und zur Metro-Station geht, reiht man sich in die Schlange ein, die sich vor den Ticket-Automaten gebildet hat. Man kauft eine Viva Viagem Karte (0,50€) und wählt für die „Zapping“-Einstellung ein Guthaben aus: wir haben uns anfangs für 10 Euro entschieden. Die Karte ist aus Papier und hat einen Chip integriert, den man auf die Kartenleser bei den Ein- und Ausgängen der Metro legen muss. Pro Fahrt werden einem mit dieser Einstellung 1.31€ abgebucht, egal ob Bus, Metro oder Straßenbahn. In allen Öffis befinden sich diese Kartenleser, einfach Karte draufgeben und der Betrag wird abgebucht, gleiches gilt bei Zugfahrten. Guthaben kann man an jeder Metro-Station und Bahnhof aufbuchen.

Alternativ kann man sich auch für eine 24h Karte entscheiden, die es in der Version Bus+Metro+Straßenbahn, Bus+Metro+Straßenbahn+Zug nach Cascais und Sintra, oder für knapp mehr als 10€ nochmal mit inkludierter Fähre gibt.

Ein Wechsel von einer Zapping-Karte auf eine 24h Karte z.B. ist nicht meines Wissens nach nicht möglich, wir mussten eine neue Karte kaufen.

 

Lisboa Card

Hier muss man wirklich aufpassen und gegenrechen, ob es sich lohnt. Sie kostet 19€ für 24h, bietet aber (entgegen dem Anschein) nicht allzu viele Vorteile bei den bekanntesten Museen und Attraktionen. Da wir in die Mosteiro dos Jerónimos (10€) wollten, dann noch das Archäologiemuseum angeschaut haben (5€) den ganzen Tag mit den Öffis gefahren sind und am nächsten Tag eine Fahrt nach Sintra damit „bezahlt“ haben und schlussendlich noch die Aussicht vom Arco da Rua Augusta (3€) genossen haben, ging die Rechnung für uns auf.

Der Torre de Belém (6€) ist übrigens auch inkludiert, den wollten wir ursprünglich auch erklimmen, aber die Menschenmassen davor haben uns doch ein wenig abgeschreckt. Wir hätten uns auch noch gerne die Christusstatue am anderen Ufer des Tajo angeschaut, aber die Anreise war sehr mühsam und zeitintensiv unserer Recherche nach (mit Fähre, Metro und Bus), also haben wir uns das ebenfalls gespart.

NICHT inkludiert waren z.B.: Das Castelo de São Jorge, das Fado Museum, das Padrão dos Descobrimentos oder das Carmo Archaeological Museum.

Im gleichen Atemzug möchte ich auch sagen, dass der Hop on Hop off- Bus meiner Meinung nach auch nicht auszahlt, weil man wirklich alles zu Fuß oder ganz leicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht.

 Aussicht vom Arco da Rua Augusta

Aussicht vom Arco da Rua Augusta

 

Elevador da Santa Justa

Für viele ein Must-See in Lissabon und auch wir wären gerne mal mit dem Lift gefahren (ist bei der Lisboa-Card inkludiert, ebenso in den 24h Tickets der Öffis), aber um ehrlich zu sein – wieder ewig anstellen war es uns das doch nicht wert, vor allem weil man oben auf die Plattform auch ohne Liftfahrt hinkommt – einfach von oben dazugehen, durch den Gastgarten des Bellalisa Elevador - Restaurante Panorâmico em Lisboa.

ElevadorSantaJusta
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Unternehmungen

 

Belém

Belem2

Dieser Stadtteil von Lissabon ist auf jeden Fall einen (Halb-)Tagesausflug wert – vom Zentrum aus entweder mit dem Zug vom Bahnhof Cais do Sodré oder mit der Straßenbahn Nr. 15E ist er leicht erreichbar und bietet einige nette Sehenswürdigkeiten, z.B. das Padrão dos Descobrimentos (dt. das Denkmal der Entdeckungen), die Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster) und den Torre de Belém (Turm von Belem) sowie zahlreiche Museen.

Gleich mal ein Tipp für das Kloster: Tickets für die Mosteiro dos Jerónimos bekommst du nicht nur beim Eingang für das Kloster selbst, sondern auch im angrenzenden Museum für Archäologie. Wenn sich also eine lange Schlange bildet und du dich vermeintlich einer langen Wartezeit aussetzen musst – geh dorthin und bitte um Eintrittskarten für beide Attraktionen, das Museum selbst ist nämlich auch ganz interessant. Danach kannst du an der langen Schlange für das Kloster vorbei, direkt zum Kontrolleur gehen (der steht zwischen der Schlange für das Kloster und dem Eingang zur Kirche). Die Kirche ist übrigens kostenlos zu besichtigen.

Du hast sicher schon davon gelesen (wie auch ich, als ich mich informiert habe) – man muss unbedingt die Pastei de Belém essen. Wirklich? Die Schlange vor der Bäckerei ließ uns ein wenig skeptisch werden, und ein kurzer Blick in die Auslage zauberte uns ein ungläubiges Grinsen ins Gesicht: Stellen sich hier wirklich alle für die ganz normalen, an jeder Ecke erhältlichen Pastei de Nata an? Ein kurzer Blick in die Suchmaschinen-Ergebnisse bestätigte unsere Vermutung... Also, lasst euch nicht täuschen: Hier bekommt ihr die exakt gleiche Süßspeise wie überall anders. Ob das Rezept irgendwie besonders ist oder die Tradition hier das treibende Argument ist, weiß ich nicht, aber so viel besser kann es in dieser Bäckerei (für uns) gar nicht schmecken, dass es die lange Wartezeit rechtfertigt.

Belem
Belem3

 

Sintra

Diese kleine Stadt ist eine knapp 40-minütige Zugfahrt vom Bahnhof Rossio in Lissabon entfernt. Man darf sich auf viele Herrenhäuser, Paläste und Burgen einstellen – oder man macht es wie wir: einfach mal 1-2 Stunden durchspazieren, ein wenig fotografieren, einen berühmten Kirschlikör aus dem Schokobecher trinken, den großen Palast im Stadtzentrum bestaunen und dann wieder gemütlich den Heimweg antreten. Die Burg, die über der Stadt thront, hätte uns auch gereizt – aber da wir Burgen von zu Hause schon kennen, war es jetzt kein richtiges Must-See. Wer aber großes Interesse an den ganzen Bauten hat, ist vermutlich mit einem Ticket für einen der vielen Hop on – Hop off Busse gut bedient. Diese verkehren auch zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes, welchen wir von Cascais aus erreicht haben.

Sintra

 

Cascais

Einen Tag haben wir eingeplant, um dieses nette Küstenstädtchen zu erkunden und uns eben auch den Cabo da Roca anzusehen. Cascais ist ebenfalls total unkompliziert wieder vom Cais de Sodré Bahnhof aus zu erreichen und bietet ein wenig Strandurlaubs-Flair an der Atlantikküste. Direkt in der Stadt sind zwei Strände zu finden, die sich super für eine kurze Abkühlung eignen – und das darf man wörtlich nehmen, viel wärmer als 20 Grad war das Meer hier sicher nicht als wir uns hineinwagten. Zahlreiche Restaurants findet man hier genauso wie viele Souvenirshops, und wenn man ein wenig spazieren will, kann man westlich von Cascais nach ca. 20 Minuten den Boca do Inferno erreichen, eine Klippe bzw. ein landschaftlich schöner Ort. Uns war es an dem Tag einfach zu warm, deshalb haben wir das ausgelassen und sind direkt zum Cabo da Roca gefahren. Mit dem Bus Nr. 403 (glaube ich) der beim Busterminal direkt hinter dem Bahnhof losfährt, ist man in einer halben Stunde dort, bezahlt wird bar beim Busfahrer, ein Ticket kostet 3,35€. Viel gibt es am Cabo da Roca zwar nicht zu sehen, aber der Besuch lohnt sich trotzdem – Ein Stein, der den westlichsten Punkt des europäischen Festlands markiert, ein Leuchtturm und ein Museum, rundherum gibt es einige Wege entlang der Klippen, die einem den Genuss der Landschaft ohne der Menschenmenge ermöglichen.

Cascais2
CaboDaRoca2.JPG
Cascais-Strand
CaboDaRoca
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Fußball

Fußballfan hin oder her – da bei unserem Aufenthalt gerade ein Spiel von Benfica (einem der zwei großen Teams) stattfand, gönnten wir uns das Spiel natürlich aus der ersten Reihe. Für mich war es total toll, mal in so einem großen Stadion mit knapp 65.000 Plätzen zu sein, von denen gute 50.000 besetzt waren. Die Stimmung war großartig und das ganze Ambiente eine Erfahrung für sich. Vor dem Spiel trinkt man standesgemäß ein Bier des aktuellen Sponsors Sagres (hier werden übrigens gleich 0,75 Liter für 3,50€ ausgeschenkt), denn im Stadion selbst wird nur mehr Limo ausgeschenkt. Bevor das Spiel losgeht, kreiste noch ein Adler, das Wappentier des Vereins, einige Runden im Stadion. Wikipedia sagt dazu, dass der Adler Vitoria (dt. „Sieg“) heißt und mit seiner Landung auf dem Podest das Logo des Vereins lebendig werden lässt. Jedenfalls eine coole Showeinlage und ein kurzer Gänsehaut-Moment.

Nach dem Spiel geht’s wieder retour zu den Bierständen, wo nun auch ein Bifana (eine Semmel mit Schweinefleisch gefüllt) zum Bier genossen wird. So ein Fußballspiel ist in Portugal schon ziemlich cool, auch wenn ich mir mehr Action seitens der Fans erwartet habe (wenn ich da an das Spiel in Split vor 2 Jahren zurückdenke… Holla…).

EstadioDaLuz
Vitoria

 

Bairro Alto

BairroAlto

Direkt vom Fußballspiel ins Partygetümmel? Dann ist Bairro Alto die richtige Wahl. Das Partyviertel liegt direkt oberhalb der Altstadt und ist durch die Metrostation von Baixa-Chiado bequem per Rolltreppen erreichbar, aber auch die berühmte Linie 28E hält hier. In diesem Stadtteil reiht sich Restaurant an Restaurant, in der nächsten Parallelgasse Kneipe an Kneipe, Zwischendurch ein paar Pubs und Lokale mit Livemusik. Hier wird teilweise mit sehr günstigen Angeboten gelockt (Cocktails für 5€, 16 Shots für 6€, Bier 1+1 gratis etc.) und wenn jemand vor hat sich anständig zu besaufen – hier dürfte das kein Problem sein. Wir haben uns dem entzogen und in einer süßen, mexikanischen Bar exzellente (ja, du hast es erraten) Sangrias getrunken: Sangria Branca und Tinto, also weiß und rot. Am ersten Abend hat uns ein besonders aufmerksamer Barkeeper (und vermutlich Chef des Hauses) richtig gute Sangrias gemixt (es glich eher einem Sangria-Cocktail, da unter anderem Ananassaft, Tequila und Triple Sec drin war), und am zweiten Tag bekamen wir eine etwas andere Mischung von einer anderen Kellnerin – wobei beide Mischungen sehr gut waren. Das Lokal heißt übrigens Patron, falls auch dir eher nach einem gemütlichen Drink ein bisschen abseits des Trubels zu Mute ist.

 

Campo Pequeno

Eine richtige Stierkampfarena! In der Stierkampfsaison, die von Mai bis Oktober dauert, werden hier immer um die 14 Kämpfe ausgetragen und in der restlichen Zeit gibt es hier Konzerte und andere Events. Die mehr als 100 Jahre alte Arena ist heutzutage außerdem modernisiert und im Keller ausgebaut, beherbergt aktuell ein Kino und ein kleines Einkaufszentrum. Wenn man schonmal dort ist, kann man ein günstiges Menü in einem der Restaurants essen – hierbei eine Empfehlung für den Lachsburger. Aber zurück zur Stierkampfarena: Leider war es uns nicht möglich, die Arena selbst ausführlich zu besichtigen, weil gerade Aufbauarbeiten für eine Veranstaltung im Gange waren. Normalerweise kann man sich die Stallungen anschauen, die Vorbereitungsräume der Stierkämpfer, die Präsidentenloge und einige andere interessante Räume, eben das ganze Gelände. Wir konnten die Arena aber von oben sehen und uns das Museum anschauen, das auch einen richtig tollen Einblick in diese Tradition bietet. Hier sieht man nicht nur die Gewänder de Stierkämpfer, den Lederschutz für die Hörner der Stiere, die Speere und alte Zeitungsausschnitte, sondern kann auch über die Entwicklung des Stierkampfs in Portugal lernen. Besonders gelungen sind die Videos, die einem die verschiedenen Runden im Kampf zeigen und verdeutlichen, wo die Unterschiede zwischen dem spanischen und portugiesischen Stierkampf liegen. Die 3€ Eintritt für das Museum sind also gut investiert!

Stierkampfarena

 Das waren sie, meine Tipps für Lissabon! Abschließend möchte ich noch Ende September als Reisezeitraum empfehlen, wir hatten nachts angenehme 18-20°C, tagsüber bis zu 35, aber die Hitze war nicht so unangenehm und hat stundenlanges Spazieren trotzdem zugelassen. Wir sind ab Graz für 200€ geflogen, haben in einem Airbnb in Alfarma übernachtet (diese Gegend ist wirklich ideal, fanden wir) und hatten volle 5 Tage Zeit. Das hat es uns erlaubt, ein bisschen in den Tag hineinzuleben und im Nachhinein kann ich sagen, dass das perfekt gepasst hat und ich das Gefühl habe, die Stadt wirklich gut kennengelernt zu haben.

Schreib mir gerne, falls du noch Fragen hast!

 

Alles Liebe,

Katie

PasteisDeNata