Die Bärenschützklamm

 
"Die Bärenschützklamm, eine der schönsten wasserführenden Felsenklammen Österreichs, wurde wegen ihrer einmaligen Naturschätze im Jahre 1978 zum Naturdenkmal erklärt. Eine Wanderung zwischen ungezähmten Wasserfällen und schroffen Felsen hindurch ist für jeden Wanderer eine eindrucksvolle Erfahrung. Die unsagbare Stärke der Natur, deren steter Tropfen den Stein höhlt, wird hier augenscheinlich."
http://www.baerenschuetzklamm.at
Daten-Baerenschuetz

Daten

Höhenmeter: ~ 800
Distanz: 10 Kilometer
Zeit: 3,5 Stunden

Zum ersten Mal ging ich vor 3 Jahren durch die Klamm. Damals machte mir schon der Aufstieg zum Eingang zu schaffen - nach knapp 1.5km und ca. 350 Höhenmetern war damals Schluss mit lustig. Ich dachte wirklich ich wäre falsch... dabei war ich nur schlecht vorbereitet.... oder habe die Situation falsch eingeschätzt. Diesmal ging das recht steile, erste Stück entlang des Weges sehr gut, Trittsicherheit ist dennoch Voraussetzung um diese Wanderung zu meistern - Hunden und Kleinkindern würde ich diesen Ausflug nicht zumuten - insbesondere aufgrund der Klamm selbst. 
Nach dieser ersten Etappe gelangt man schließlich zum Eingang: Hier befindet sich eine kleine Hütte an der man die Gebühr von 3,50€ bezahlt, ein Rastplatz und zur Linken ist der Weg den man beim Rückweg herunter kommt.

Nach den ersten paar Schritten im Klamm-Areal ertönen schon die Geräusche die ahnen lassen, dass es nicht mehr lange dauert bis sich die Wasserfälle und die dazugehörige Schlucht vor einem auftun - und man soll Recht behalten. Während man über die ersten Holzstege geht darf man sich schon daran gewöhnen, dass unter einem nichts als reißende Fluten und ein paar Meter Höhendifferenz liegen. Teilweise sind die Leitern ein wenig wacklig, man muss ebenso aufpassen nicht zwischen die Sprossen zu rutschen - ständige Achtsamkeit ist Pflicht.

Baerenschuetzklamm-12.JPG

164 Holzbrücken und -leitern auf einer Länge von 1,3km sind wahrlich ein Spaß - und sorgen neben imposanten Eindrücken und Ausblicken auch für die nötige körperliche Herausforderung. Entlang des Weges gibt es immer wieder kleine Nischen die zum Rasten einladen, also selbst für Leute die sich sonst als unsportlich sehen, ist die Klamm einen Ausflug wert - man muss sich eben Zeit nehmen. Was mich wieder zur Ausgangsgeschichte bzw. -situation von vor 3 Jahren führt: ich brauchte damals geschlagene 7 Stunden für den ganzen Rundweg. Exklusive Pausenzeit beim "Guten Hirten", dem Almgasthaus am Ende der Klamm.
Diesmal lag die Zeit bei 3,5h exklusive Einkehr - also viel besser als erwartet. 
Über die gesamte Länge des Aufstieges bieten sich unzählige Möglichkeiten für tolle Fotos. Ich würde jedem, der gerne schöne und verwacklungsfreie Fotos mit nach Hause nehmen möchte raten, schon sehr früh aufzubrechen - ab 7.30 Uhr kann man bei der Hütte beim Eingang seine Gebühr bezahlen und loswandern, also im Idealfall geht man gegen 6.45 Uhr vom Parkplatz weg. Als ich um 8.30 oben ankam, war es ebenfalls noch sehr ruhig, ich traf 4 Leute auf der gesamten Strecke an einem Montag in der Ferienzeit. Beim Abstieg (= gegen Ende der gleiche Weg wie beim Aufstieg) kamen mir, ungelogen, mindestens 100 Menschen entgegen. Es glich einer Massenveranstaltung - also definitiv nicht empfehlenswert, wenn es einem um die körperliche Herausforderung, die Ruhe oder den Genuss geht - und erst recht nicht, wenn man eben ernsthaft fotografieren möchte.

Nach ca. 3/4 der Strecke spaziert man gemütlich, meist recht eben dem Bach entlang, und dies ist der Moment wo man sich nicht zu früh freuen sollte... nachdem man die letzte Brücke überquert hat, geht es noch einmal richtig steil den Hang hinauf bis zum Ausgang und von dort weg ist man in weiteren 10 Minuten beim "guten Hirten". Dort empfiehlt es sich wirklich einzukehren, eine Kleinigkeit zu essen und sich eine Erfrischung zu genehmigen, bevor es dann entweder weiter zum Hochlantsch geht, oder wie bei mir: zurück Richtung Parkplatz. Die größere Runde mit Hochlantsch & Teichalm wären insgesamt über 20 Kilometer und mehr als 1300 Höhenmeter - dafür sollte man dann doch etwas vorbereiteter sein und mindestens 8-9 Stunden Zeit einplanen.

Der Weg zurück führt über den Prügelweg - und ich muss gestehen - ich hasse diesen Abstieg. Hauptsächlich Geröll das kleine und vorsichtige Schritte erfordert, erst gegen Ende hin wird der Steig zum Forstweg. Aber mir ist generell der Aufstieg um einiges lieber als der Abstieg, weil ich dank eines Unfalles mein rechtes Knie immer nur mit besonderer Vorsicht belasten kann - trotz Wanderstock und Stützstrumpf. Wie dem auch sei, man sollte für den Abstieg gute 2 Stunden einplanen - obwohl anfangs 1 Stunde und 45 Minuten angeschrieben ist. Auf halber Höhe kommt man dann über eine schöne Wiese vorbei an Kühen und mit etwas Glück erblickt man hier auch manchmal Steinböcke. 
Nach weiteren 15 Minuten ist man dann schließlich wieder beim Eingang der Klamm angelangt und folgt dem Weg den man ursprünglich gekommen ist zurück hinunter bis zum Parkplatz.

Von Graz aus ist die Bärenschützklamm in ca. einer Stunde zu erreichen - bequem per Autobahn und kurzer Anfahrt zum Parkplatz, aber auch per Zug ist die Anreise kein Problem, man muss nur ca. 2 Kilometer zusätzlichen Fußweg in Kauf nehmen.

Hier noch ein nützlicher Link mit Höhenprofil, detaillierter Wegbeschreibung sowie weiteren Fotos:
Bergfex: Bärenschützklamm (ab Parkplatz)
Bergfex: Bärenschützklamm, Hochlantsch, Teichalm (erweiterte Route)

Warst du schon mal in der berühmten Bärenschützklamm? Wie fandest du es? Erzähl mir doch in den Kommentaren davon ♥